Rezension | Lena Kiefer – Don’t hate me


Hasse mich. Nicht.



cbj Verlag | Don’t #2 | 432 Seiten | 9783570165997 | 12,90€ | Dezember 2020


Wer meine Rezension zu „Don’t love me“ gelesen hat, weiß, dass ich schon begeistert war, aber definitiv auch Dinge zu kritisieren hatte. Tolle Ansätze, interessante Figuren, doch teilweise zu konstruiert und langatmig. Außerdem stehe ich nicht auf Liebesgeschichten, die sich über mehrere Bände ziehen, da meist viel zu abstruse Gründe vorgeschoben werden, warum das Paar nicht (mehr) zusammen sein kann. Das Ende vom ersten Band der Reihe hat mich enttäuscht. Trotzdem war ich vom Schreibstil und vielen Teilen der Geschichte so angetan, dass ich weiterlesen wollte. Um das vorweg zu nehmen: Ich bin unheimlich froh, dass ich weitergelesen habe!

5 Monate sind vergangen, seit Kenzie erfahren hat, was Lyall getan hat. Er ist immer noch in ihren Gedanken, doch sie unterdrückt ihre Gefühle, um weiterzumachen. Als seine Mutter sie anruft und fragt, ob sie mit ihr auf der griechischen Insel Korfu zusammenarbeitet, sieht sie es als willkommene Ablenkung – denn schließlich ist Lyall nicht involviert und das Projekt, an dem sie mitwirken soll, ein absoluter Traum… 
Lyall versucht Kenzie zu vergessen, in dem er sich in sein Studium stürzt. Doch als seine Mutter ihn anruft und dringend Hilfe bei ihrem neuen Resort auf Korfu braucht, macht er sich auf den Weg. Und trifft auf Kenzie. Emotionen kochen hoch und ein Sturm zieht auf…





Als ich mich an den Tisch setzte, direkt gegenüber von Kenzie, wusste ich genau – das hier war ein Fehler. Ein riesiger, gewaltiger Fehler. Aber ich wusste auch, ein Teil von mir würde ihn genießen. – S. 121


Ich kann es nicht anders sagen: Dieses Buch ist unerwartet richtig gut. Die Dramakeule ist runtergefahren, die Gefühle gut dargestellt, der Schmerz sehr nachvollziehbar und alles irgendwie rund. Bis auf den Grund, warum sie sich getrennt haben – den finde ich immer noch ziemlich konstruiert. Adas Geschichte ist irgendwie merkwürdig und Kenzies Ausraster meiner Meinung nach zu übertrieben. Ich finde es sehr schade, dass sie sich sofort auf die Seite des vermeintlichen Opfers stellt, statt auf Lyall einzugehen, den sie kennengelernt und in den sie sich verliebt hat. Sie hätte ihm die Chance geben sollen, sich zu erklären und nicht einfach wegrennen. Verletzte Gefühle hin oder her. Er schultert eine riesige Schuld – da könnte man sich zur Abwechslung ja auch mal reinversetzen. Aber dann kann man ja eine Geschichte nicht über drei Bücher ziehen… 

Wenn ich das Buch als einzelnes betrachte und die Fakten, die die Reihe überspannen, teilweise einfach außer Acht lasse, muss ich sagen, dass ich es wirklich grandios fand: unterhaltend, emotional und überraschend – bis auf das Ende, das klammere ich mal aus. Das Setting ist wundervoll und bringt eine ganz andere Stimmung in die Reihe. Diese kleine Intrige, die die Mutter spinnt, um Lyall und Kenzie auf die Insel zu bekommen, ist natürlich total vorhersehbar, aber auf Mutti-will-ihren-Sohn-glücklich-sehen-Art total süß. Die Insel wird wunderschön und einfach paradiesisch beschrieben, es strömt aus jeder Seite ein wahres Sommerfeeling, das Projekt klingt cool, kreativ und scheint sowohl für Kenzie als auch für Lyall eine wundervolle Herausforderung und die Mitwirkenden sind alle auf ihre Weise sympathisch. Die Arbeiten auf der Baustelle schienen für mich sehr realitätsnah, auch der Konkurrenzkampf zwischen den Hoteliers, trotz der einen oder anderen überspitzen Szene. Er brachte Spannung ins Buch, sodass ich auch auf anderer Ebene mitgefiebert habe und nicht das Gefühl hatte, dass sich das Buch in die Länge zieht. Eher war ich ständig in freudiger Erwartung. Für mich war der Roman wie ein knisternder Sommerurlaub im Kopf – mitten im Winter und während einer beschissenen Pandemie. 

Lyall und Kenzie verbieten sich ihre Gefühle, doch das wird nicht allzu dramatisch, sondern angemessen dargestellt. Ich fühle den Schmerz und die Sehnsucht, genau wie die zwei. Das ist wirklich sehr gut eingefangen. Ich habe sehr stark mitgelitten und mitgefiebert und bin endlich mit den beiden so richtig warm geworden. Doch mein absolutes Traumpaar dieser Reihe ist und bleibt Finlay & Edina. Die zwei sind so unglaublich herzzerreißend! Ich giere nach jeder kleinen Information und jedes Zusammentreffen der beiden ist für mich ein Stich ins Herz. Ich würde mir so sehr ein eigenes Buch der beiden wünschen!

Doch irgendwann kam der Punkt, an dem ich das Augenrollen nicht mehr aufhalten konnte. Ich war begeistert – und dann kam die Großmutter aufs Tableau. Alles scheint gut zu werden und in meinem Nacken fängt es an zu prickeln, weil ich ganz genau weiß, dass was passieren muss, da ja noch ein ganzes Buch auf Lyall und Kenzie wartet. Und dann das Ende. Leute. Ich wollte in das Buch reinbeißen. Warum? Warum so ein übertriebenes und überdramatisiertes Ende?? Es ärgert mich, weil es nicht logisch ist und nur dem einen Ziel dient, Lyall und Kenzie auseinander zu reißen, damit man im dritten Band erzählen kann, wie sie endlich glücklich werden. Das ist mir zu einfach. Aber vielleicht sind auch meine Ansprüche zu hoch. Oder ich lese zu viel in dem Bereich. 

Ich fand diesen zweiten Band um Längen besser als den ersten und hoffe sehr, dass Lena Kiefer es schafft, dieses bescheidene Ende genauso gut zu nutzen wie beim Wechsel vom ersten auf den zweiten Band. Ich bleibe dran und hoffe auf viele Findina-Szenen 😉


Wie hat dir „Don’t hate me“ gefallen? Lass mir gern einen Kommentar da!


Danke fürs Lesen!
Bis zum nächsten Mal,
L🖤L

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