Keine normale Liebesgeschichte und absolut nichts für schwache Nerven
„Warnung: Verity wird Ihr Herz nicht erweichen. Es wird Ihnen die Seele erstarren lassen.“ Kindle Crack Book Reviews


Bold by dtv | 368 Seiten | 9783423230124 | 14,90 € | März 2020
Seit ihren letzten Veröffentlichungen ist mir klar, dass Colleen Hoover einen anderen schriftstellerischen Weg gehen will. Die Zeiten von „Weil ich Layken liebe“ sind vorbei und sie wagt sich in krassere Gefilde. „Too late“ ist meiner Meinung nach schon ein hartes Stück gewesen, dass mir lange keine Ruhe gelassen hat. Doch „Verity“ stellt alles in den Schatten. Colleen Hoover zeigt ihre grausamste, ekelhafteste, emotionalste und tiefgründigste Seite.
Lowen ist Schriftstellerin, hat aber nur mäßigen Erfolg. Nachdem sie ein Jahr lang ihre an Krebs erkrankte Mutter pflegte, sind ihre Geldreserven aufgebraucht. Da kommt das Angebot von ihrem Verlag wie gerufen: Sie soll die Erfolgsreihe der Autorin Verity Crawford zu Ende schreiben, nachdem diese einen schweren Unfall erlitten hat. Um dem nachzukommen, zieht sie vorrübergehend bei Verity, ihrem Mann Jeremy und Sohn Crew ein. Während sie in Veritys Arbeitszimmer nach Notizen für die Folgeromane sucht, stößt sie auf ein Manuskript, dass ihr Leben nicht nur verändern, sondern völlig auf den Kopf stellen wird…

Das war das bei Weitem schlimmste Kapitel von allen, die ich bis jetzt gelesen habe. Ich bin sprachlos. Wie kann eine Mutter im Zimmer neben ihren vor Hunger schreienden Neugeborenen in aller Ruhe schlafen? Diese Frau ist absolut gefühllos. Mir ist schon vorher mal der Gedanke gekommen, ob Verity womöglich Soziopathin gewesen sein könnte, aber jetzt neige ich dazu, sie eher für eine Psychopatin zu halten. – S. 187
Ich bin sehr zwiegespalten, was dieses Buch angeht. Ich verstehe die Euphorie, weil es wirklich ein ebenso geniales wie wiederwertiges Stück Literatur ist, das so viele unterschiedliche Emotionen in einem hervorruft. Ich muss sagen, dass ich zwischenzeitlich Probleme hatte, weiterzulesen. Thriller sind sowieso nicht mein Fall und beim Lesen dieses Buches fiel mir auch wieder auf, warum. Ich habe mich die ganze Zeit total beklemmt und schreckhaft gefühlt. Gleichzeitig musste ich wissen, wie es ausgeht. Es war der blanke Horror. Das, was Verity da aufgeschrieben hat bzw. Frau Hoover eingefallen ist, will ich nicht mal in der Nähe meiner Gedankenwelt. Es ist so ekelhaft, grausam, widerlich und bestialisch. Doch dann waren da die Szenen zwischen Jeremy und Lowen, die ganz meinen Vorstellungen eines wundervollen Liebesromans entsprechen. Ich wusste gar nicht, wohin mit meinen ganzen Gefühlen. Ich wusste nur, dass ich das Buch in einem Rutsch beenden musste, denn wenn ich es weggelegt hätte, hätte ich es aus Angst wahrscheinlich nie wieder in die Hand genommen. Ich verstehe die Faszination, die das Böse in uns auslöst. Ich selbst schaue ab und an gern Dokus über Serienkiller. Doch ab einem gewissen Punkt ist es mir einfach zu krass.
„Verity“ hat mich und meine Angst über die Länge des Buches sehr herausgefordert. Und dann kam das Ende. Ich bin schier durchgedreht! Wow. Absolut krass. Mir fehlen da wirklich die Worte. Ich habe mir viel schreckliches für das Ende dieses Romans vorgestellt, aber diesen Turn – diesen Inception-Moment – hätte ich im Leben nicht erwartet. Ich liege auch jetzt noch nachts im Bett und frage mich: Hat sie schlussendlich die Wahrheit gesagt oder weiter manipuliert?
Colleen Hoover ist eine herausragende Schriftstellerin und dieses Buch ist der Beweis. Auch wenn ich mir absolut nicht vorstellen kann, wie so etwas aus einem gesunden und empathischen Verstand herauskommen kann, bin ich tief beeindruckt. Auch wenn ich bis jetzt nicht weiß, ob ich das Buch überhaupt mag. Zudem komme ich nicht umhin, festzustellen, dass ich vor den nächsten Veröffentlichungen der Autorin Angst habe…
Wie hat dir „Verity“ gefallen? Lass mir gern einen Kommentar da!
Danke fürs Lesen!
Bis zum nächsten Mal,
L🖤L


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