Midnight Blue

Die Geschichte von Indigo & Alex

2019 ♥ LYX Verlag ♥ 442 Seiten ♥ Prolog + 30 Kapitel + Epilog

Mitternachtsblau

Er war kein Ritter in schillernder Rüstung, alles andere als ein Heilsbringer. Alex war einfach nur ein trauriger, gebrochener Junge mit einer großen Gabe, derentwegen er auf dem Präsentierteller saß, jedermanns Blick und Urteil ausgesetzt.
Und dieser Junge rettete mich an diesem Tag.
Wieder einmal.

Midnight Blue, S. 316

Ich kenne und mag L. J. Shen. Ihre Geschichten und ihr Stil sind eher düster und (ich nenne es mal) abgefuckt. Wenn ich ein Buch von ihr aufschlage, bin ich darauf eingestellt. Doch diese Geschichte konnte mich einfach nicht packen und das hatte viele Gründe…

Indie lebt bei ihrem Bruder, seit ihre Eltern bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind. Beide haben keinen Collegeabschluss und kommen gerade so über die Runden. Als dann eine vielversprechende Stellenanzeige bei Indie eintrudelt, will sie zugreifen. Es stellt sich heraus, dass sie den Babysitter für den verdammt großartigen und verdammt heißen Rocksänger Alex Winslow spielen soll, der gerade aus seinem ersten Drogenentzug kommt. Er ist geradezu unausstehlich, doch die Bezahlung einfach unwiderstehlich. Also lässt sich Indie darauf ein, ihn und seine Band drei Monate auf seiner Welttournee zu begleiten. Mit viel Geduld und langem Zähnezusammenbeißen steht sie die erste Zeit durch und beginnt sich für den gebrochenen jungen Mann hinter der Arschloch-Fassade zu interessieren. Dabei riskiert sie neben ihrem Herzen noch sehr viel mehr…

Diesmal war ich nicht zwischen Faszination und Ekel hin und her gerissen, sondern fühlte mich eher wie ein zu lang gekautes Kaugummi. So eine Rockstar-Geschichte mag ja sexy sein, aber dieses ganze Dogengedöns … Puh, da bin ich raus.

Wenn ich ehrlich bin, mag ich Alex, den männlichen Protagnisten, bis jetzt nicht. Er hat kein tolles Elternhaus und mit seinem Supermodel hats auch nicht geklappt, aber da fehlt mir irgendwie immer noch die Rechtfertigung, dass er sich wie ein absolutes Ekelpaket aufführt. Er mag ja auch mal ziemlich süß sein (und natürlich sieht er gottähnlich gut aus), aber warum sich Indie in ihn verliebt, ist mir irgendwie schleierhaft. Erst als alles zusammenfällt und sein Charakter sich endlich mal weiterentwickelt, wird er interessant und liebenswürdig. Und das frühstückt die Autorin meiner Meinung nach viel zu kurz ab. Schade!

Indigo ist irgendwas zwischen langweilig und niedlich. Sie ist an Alex total verschwendet, aber nun mal genau das, was er braucht. Von der Figurenkonstellation passt das schon ganz gut, aber es reizt mich nicht. Sie findet ihn heiß, will mit ihm schlafen und er will sie vögeln. Anziehung ist da, ja, aber sonst? Ehrlicherweise glaube ich, dass die beiden sich eigentlich gar nichts zu sagen haben.

Ich weiß, dass ich mit dem Roman ziemlich hart ins Gericht gehe. Das liegt einfach daran, dass ich handlungstechnisch, in Bezug auf die Figuren und den Emotionen eigentlich besseres und aufwühlenderes gewöhnt bin. Wenn ich Midnight Blue vor der Sinners-Reihe gelesen hätte, würde mein Urteil vielleicht anders ausfallen. So habe ich das Gefühl, ein sehr langatmiges Rockstar-Drama gelesen zu haben, das für Fans dieses Sub-Genres sicherlich genau das richtige ist und für mich eher ein netter, aber nicht unbedingt zu wiederholender, Zeitvertreib.

Meine Herzchenbewertung:

♥♥♥/♥♥♥♥♥

All Saints High II

Der Rebell

Die Geschichte von Luna & Knight

2020 ♥ LYX Verlag ♥ 456 Seiten ♥ 27 Kapitel + Epilog

Der heilige Rebell

„Ich liebe deinen Bruder und deinen Vater mehr als mich selbst. Ich würde für sie sterben, bis zum bitteren Ende um sie kämpfen, gegen die ganze Welt für sie angehen. Aber du […] Dich habe ich immer schon ein kleines bisschen mehr geliebt. Mein edler Rebell. Mein märchenhafter Rabauke, mein trauriger Prinz, mein unglaublicher Erlöser, mein wunderschöner gebrochener Ritter.“

All Saints High II – Der Rebell, S. 297

Nachdem mich der erste Teil dieser Reihe völlig gebannt hat, war ich voller freudiger Erwartung auf Band 2. Nicht nur, weil es L. J. Shen ist, sondern weil es um Luna, also Trents Tochter aus dem dritten Teil der „Sinners of Saint“-Reihe geht. Ich war schon damals beim Lesen von „Scandal Love“ total vernarrt in die Kleine. Außerdem ist Knight Cole, also der Sohn von Dean und Rosie, ihr Love Intrest und bester Freund. Wer mir folgt, weiß, dass ich ein großer Fan von Friends-to-Lovers-Geschichten bin. Ihr könnt euch also vorstellen, wie ich kleiner aufgeregter Flummi umhergehüpft bin, als ich das Buch endlich in Händen hielt.

Luna spricht seit frühster Kindheit nicht, was ihren Nachbar Knight Cole nicht davon abhält, ihr bester Freund zu werden. Er ist ihr Ritter, sie ist seine Prinzessin. Doch aus den freundschaftlichen Gefühlen werden mit jedem verstrichenen Jahr Gefühle, die tiefer gehen und in dem Wissen münden, dass sie einander irgendwann heiraten würden. Aber Knight hat einen eindeutigen Ruf bei den Frauen, den Luna nicht ignorieren kann. Als sie sich entscheidet, aus Todos Santos wegzugehen, um zu studieren, stellt sie sich vor die größte Herausforderung ihres Lebens und ihre Beziehung zu Knight auf eine gewaltige Geduldsprobe. Viel geschieht, das beide nicht mehr ungeschehen machen können und es stellt sich die Frage, ob ihre Gefühle wirklich so stark sind, wie sie immer geglaubt haben…

In diesem Buch kommt viel Gutes und vor allem Herzzerreißendes zusammen, was mich berührt und zum Weinen gebracht hat. Natürlich sind wieder Szenen und Dialoge dabei, die ganz typisch für L.J. Shen sind und für mich an die Grenze des Aushaltbaren gehen, aber ab und an mag ich es ja auch ein wenig dreckig 😉 Lunas und Knights Geschichte ist etwas ganz besonders, was auch mit den bereits erzählten Geschichten der Eltern zusammenhängt. Ab einem bestimmten Punkt des Buches wandelten sich die Tränchen der Rührung in einen wahren Wasserfall und die Taschentuchpackung war meine beste Freundin. Eine ebenso schreckliche wie auch immer wieder wundervolle Erfahrung.

Luna spricht nicht mehr, seit ihre Mutter sie verlassen hat, obwohl sie sie darum gebeten hat. In ihr setzt sich der Gedanke fest, dass ihre Worte nichts nützen und sie entwickelt einen selektiven Mutismus. Trotz all der Liebe, die ihr Vater Trent und später seine Frau Edie und ihr kleiner Bruder über sie ausschütten, findet sie keinen Weg über die Blockade. Unter der Dusche traut sie sich, das Sprechen von Worten zu üben, die ihr gefallen. Ihr ist klar, dass sie sprechen kann, aber in den allerwenigsten Situationen kann sie es ausüben. Ich hatte von so einer Störung nie zuvor gehört und war fasziniert und litt gleichzeitig mit der jungen Luna. Die Autorin hat mit ihrer präzisen Recherchearbeit wieder eine Figur geschaffen, die eine unglaubliche Tiefe und damit Nachvollziehbarkeit und Authentizität hat. Gleichzeitig macht sie auf eine Krankheit aufmerksam, die des Öfteren bei Kindern auftreten kann. Lunas Geschichte erzählt realitätsnah, wie sich diese Störung entwickelt und manifestiert und wie schwer es ist, gegen sie anzukommen. Dank ihres wundervollen Umfelds hatte Luna die Chance, sich zu einer willensstarken und liebevollen jungen Frau zu entwickeln, die zwar etwas unsicher ist, aber weiß, dass sie mit Rückenwind alles schaffen kann. Sie braucht nur ab und an einen Schubs in die richtige Richtung. Ein fester Bestandteil ihres Lebens ist Knight, ihr Nachbar, bester Freund und ihre erste – mehr oder weniger – heimliche Liebe. So sehr er sie unterstützt, auf Händen trägt und liebt – ihre Beziehung läuft nicht gradlinig. Knight hat den Ruf eines absoluten Frauenhelden, der nichts anbrennen lässt. Das verunsichert sie und gleichzeitig möchte sie ihre Freundschaft nicht gefährden. Es ist zum Mäuschen melken, kann ich euch sagen! Immer wieder werden von Küssen gesprochen, die zwar die Welt aus den Angeln heben, aber immer wieder finden die beiden Gründe, nicht zueinander zu finden. Schön ist, dass die Gründe nicht lapidar sind, sondern eng mit dem verbunden sind, was Luna in ihrer Vergangenheit für Erfahrungen gemacht hat. Und weil sie auf nichts hoffen möchte, was vielleicht niemals geschieht, lässt sie sich darauf ein, ihre Heimat zu verlassen. Jedes Puzzlesteinchen ergibt Sinn und passt perfekt zueinander, sodass die Geschichte nicht konstruiert wirkt. Das ist wahres Talent und begeistert mich immer wieder. Und es raubt mir – im ganz positiven Sinne – den letzten Nerv! 🙂

Knight Cole ist der Adoptivsohn von Rosie und Dean Cole. Rosie leidet an Mukoviszidose, die nun ihren Tribut fordert. Es ist klar, dass sie bald sterben wird. Das ist für die ganze Familie ein schwieriges Unterfangen und es war für mich kaum aushaltbar, zu verfolgen, wie sehr Dean litt – ich habe noch genau die Geschichte aus „Twisted Love“ im Kopf und wollte schon damals nicht, dass Rosie diese doofe Krankheit hat. Und nun würde es zu Ende gehen. Furchtbar! Besonderer Fokus liegt jedoch auf Knight, der nur schlecht mit den Emotionen umgehen kann, die der bevorstehende Tod seiner Mutter in ihm auslösen. Hinzu kommen seine Unsicherheiten gegenüber Luna, die er liebt, die ihm aber widersprüchliche Signale sendet. Außerdem meldet sich überraschend seine leibliche Mutter, die er weder braucht noch in seinem Leben haben möchte. Er stürzt sich in den Alkohol und schützt sich mit seiner Arschlochmaske. Ich mag es zwar nicht, wenn Charaktere in die Drogensucht abrutschen und das dann die Ausrede für alles wird, aber auch hier kann ich die Entwicklung verstehen. Knight ist 17 und wird die Mutter, die er liebt, verlieren; bekommt eine Mutter vorgesetzt, die ihn weggegeben hat und liebt eine Frau, die ihn anscheinend nicht zurückliebt. Da kann man als Teenie schon mal durchdrehen und zur Flasche greifen, um dem Emotionschaos zu entgehen. Es ist nachvollziehbar, trotzdem gefällt es mir nicht. So einiges hätte sich mal wieder klären können, wenn die Hauptakteure den Mund aufgemacht hätten, aber nun gut, sonst ist es ja auch langweilig… Ohne viel zu verraten, möchte ich sagen, dass mich Rosie zerstört hat und ich irgendwann kaum noch das Buch gesehen habe, weil ich so viel weinen musste. Die Entwicklungen mit Dean und der Anderen finde ich gut und scheiße zugleich. Auf jeden Fall hoffe ich, dass das, was im Epilog gesagt wird, nicht alles ist, was ich dazu erfahre!

„Der Rebell“ ist wieder eine rundum ausgeklügelte, frivole, emotionale und tiefgründige Geschichte, die mich auf dem Lesesessel gefesselt hat. Wieder mal steckt viel mehr zwischen den Buchdeckeln, als das knuffige Cover und der Klappentext verraten. Ich kann nicht genug von den „Heiligen“ bekommen und freue mich auf jedes Buch mehr. 

Meine Herzchenbewertung:

♥♥♥♥♥/♥♥♥♥♥

All Saints High I

Die Prinzessin

Die Geschichte von Daria & Penn

2020 ♥ LYX Verlag ♥ 443 Seiten ♥ Prolog + 28 Kapitel + Epilog

Die heilige Prinzessin

Dieses Buch enthält eine Triggerwarnung!

Liebe ist verdorben. Sie trübt alles, was schön ist und verdürbt die Seele. Liebe ist viel hässlicher als Hass, denn wenn du hasst, bist du nicht verwirrt. Wenn du verliebt bist, bist du dumm.

All Saints High – Die Prinzessin, S. 259

Ich kann mich dieser Autorin einfach nicht entziehen. Obwohl sie einen düsteren, gefährlichen und echt abgefuckten Erzählstil hat, bin ich total scharf auf diese Geschichten. Das liegt aber nicht nur daran, dass es heiß her geht, sondern daran, dass die psychologische Tiefe mich auch immer wieder gefangen nimmt. Ich finde, L. J. Shen ist die Meisterin der dangerous hot romance! Dieses Buch beweist wieder ihre Extraklasse.

Daria hat alles, was man sich wünschen kann: viel Geld, viel Ansehen, wunderschönes Äußeres und eine Bilderbuchfamilie. Nicht ganz zu Unrecht, wird sie als Prinzessin gehandhabt. Doch ein Blick hinter die Fassade zeigt viel Wut, Eifersucht, Gram und verletzten Stolz. Als sie vor vier Jahren ihrer Erzfeindin Silvia die Zukunft versaut, beginnt ein unaufhaltsamer Strudel an Dumm- und Boshaftigkeiten. Als Silvias Zwillingsbruder Penn obdachlos wird, da seine Mutter verstirbt, kann Familie Followhill ihn bei sich aufnehmen. Daria hat schon seit geraumer Zeit Gefühle für ihn, doch er hasst sie für das, was sie seiner Schwester angetan hat. Trotzdem können beide nichts gegen die Anziehungskraft machen, die zwischen ihnen schwelt… 

Fans der Autorin horchen bei dem Namen „Followhill“ auf. Das ist auch ganz verständlich, denn L. J. Shen führt die Geschichte ihrer einstigen Protagonisten aus der „Sinners of Saint“-Reihe weiter. Daria ist Jamies und Melodys Tochter. Die zwei hatten eine heiße Affäre, als Melody Jamies Lehrerin wurde. Ich finde es richtig klasse, dass die Autorin ihre Figuren so weiterentwickelt und der Leser erfährt, wie es mit ihnen weitergeht. Natürlich hatte ich die Hoffnung, dass das Leben der nächsten Generation nicht ganz so kaputt ist, aber gut. Das ist der Reiz der Geschichten der Autorin.

Daria ist eine Bitch. Anders kann ich es nicht sagen. Obwohl sie alles hat, jammert sie auf ganz hohem Niveau. Klar kann ich es bis zu einem gewissen Grad verstehen, wenn man nicht mit seinen Eltern über bestimmte Sachen sprechen möchte, aber Darias Stummsein ist schon hart an der Kotzgrenze. So vieles hätte man mit einfacher Kommunikation lösen können. Doch Daria ist zu Beginn der Handlung gerade mal 14 und das Pubertier in ihr mächtig, böse und zerfleischend. Ich verstehe sie und möchte sie gleichzeitig schütteln. Vor allem ihre Mutter Melody ist Auslöser für all die Wut, die Darias Inneres in einen großen grünen Hulk verwandelt hat. Girl, I feel you. Das hatten wir doch alle mal. Wir dachten, dass unsere Mutter uns nicht versteht, uns nicht liebt, uns austauschen will, whatever. Ich hatte jedoch trotzdem immer dieses Grundvertrauen, dass mich meine Mutter liebt, auch wenn sie es mir nicht jeden Tag sagt. Daria hat das nicht. Sie ist so abgelenkt davon, dass ihre Mutter sich für ein anderes Mädchen einsetzt, dass vermeintlich besser da talentierter im Ballett ist, dass sie völlig übersieht, dass ihre Mutter mit all ihrer Zurückhaltung, den kleinen Geschenken, dem selbstgekochten Essen versucht auszudrücken, dass sie ihre Tochter liebt. Natürlich geht auch an Melody nicht spurlos vorbei, wie respektlos und gefühlskalt ihre Tochter ihr gegenüber ist – sie reden nicht mehr und Daria nennt ihre Mutter Mel. Ich kann verstehen, dass Melody da auch einfach nur menschlich handelt und auf Durchzug schaltet, um sich selbst zu schützen. Natürlich ist es nicht richtig, aber verständlich. Schon allein diese komplexe Beziehung zwischen Mutter und Tochter macht L. J. Shen für mich zu einer Meisterin ihres Fachs. Schamlos und grenzenlos legt sie die Fehler dar, die Mütter und Töchter in der Kommunikation untereinander machen und wie sie sich damit zerstören können. Tiefgründig und absolut authentisch. 

Doch bei diesem Konflikt hört es ja nicht auf. Alle Beziehungen der Figuren sind schwierig und tragen einen tiefen Konflikt in sich, der allzu menschlich ist, aber zu schwer wiegt, als laut ausgesprochen werden zu können. Daria ist beispielsweise total eifersüchtig auf ihre kleine Schwester Bailey, da sie viel talentierter ist als Primaballerina und sich auch noch mit der Mutter versteht. Sie ist rein und unschuldig, was Daria gleichzeitig liebt und hasst. Diese Gefühle sind normal und unter Geschwistern Gang und Gäbe, aber nicht leicht auszuhalten. 

„Die Prinzessin“ ist äußerst vielschichtig. Neben allerhand Familienkonflikten ist da noch die Beziehung zur Familie Scully. Silvia ist eine ausgezeichnete Ballerina und wird von Melody, die eine Ballettschule leitet, stark gefördert. Wobei sie leider übersieht, wie sehr Daria darunter leidet. Doch Silvia hat es auch nicht leicht, da ihre Mutter drogensüchtig ist und ihr Stiefvater ein prügelndes und vergewaltigendes Arschloch ist. Einzig ihr Bruder Penn ist für sie da, doch er ist zu jung und zu schwach um ihr zu helfen. Als sie von ihrem Stiefvater verprügelt wird und ihre Zukunft nur noch ein Haufen Asche ist, beschließt sie, abzuhauen. Penn hat sich schon früh in Daria verguckt. Ihre Traurigkeit und Schönheit ziehen ihn magisch an. Doch als sie gemeinsam das Glück seiner Schwester versauen und diese abhaut, nimmt er Abstand von Daria und seinen Gefühlen. Er wird zum Blechmann mit verrostetem Herz. Doch vier Jahre später, als er eine Bleibe braucht und die Followhills ihm sie anbieten, sagt er zu, weil er muss. Er muss fit bleiben, um sein Stipendium seiner Wahl-Uni zu bekommen und aus dem Dreck, der sich sein Leben nennt, rauszukommen. Dabei kommt er aber auch Daria wieder nahe und kann nicht anders, als sich auf diese toxische Beziehung einzulassen, die sich viel zu gut anfühlt. Penns Wut und sein Hass sind verständlich, aber es ist doch immer wieder faszinierend wie schnell das alles verraucht, wenn es um Sex geht. Er ist super scharf auf Daria und die zwei lassen keine Gelegenheit aus, um sich gegenseitig die Hand in die Hose des anderen zu stecken. Auch das macht natürlich L. J. Shens Charme aus und ich habe ja auch nichts gegen viel sexytime, aber die Situationen und Zufälle, die zum Höhepunkt führen, sind doch teilweise sehr bizarr und an den Haaren herbeigezogen. Oder ich bin zu prüde, wer weiß… 

Nach langem Geschwafel will ich einfach nur sagen: Es ist ein geniales, durchdachtes und multidimensionales Buch, das so viel mehr hergibt, als der hübsche rosa Einband verspricht. Ein Wolf im Schafspelz, wenn man so will. Wie immer ist auch dieses Werk nichts für schwache Nerven, da es mit Derbheit und expliziten Szenen glänzt. Ich bin wie immer fasziniert und angeekelt und trotzdem ein Riesenfan 😉

Meine Herzchenbewertung:

♥♥♥♥♥/♥♥♥♥♥